Vulkanismus & Wasser
Wasser spielt im Vogelberg sowohl ober- als auch unterirdisch eine große Rolle. Mit Niederschlagsmengen von im Durchschnitt etwa 1.000 mm pro Jahr (im Oberwald), gilt die Region als sehr wasserreich und spielt seit etwa 150 Jahren eine wichtige Rolle in der überregionalen Wasserversorgung.
Im Zuge der Verwitterung können aus den Vulkaniten Tone entstehen. Die Konsistenz der Tone führt dazu, dass sie Wasser stauen, wodurch kleine Wasserspeicher im Untergrund entstehen können, wenn das in darüber liegenden porösen Vulkanite Wasser aufgenommene Wasser nicht mehr abfließen kann. So bestehen in den tiefen Bodenschichten des Vogelsberges zahlreiche Stockwerke mit großen Wasservorräten.
Kann das Wasser nicht nach unten weitersickern und befindet sich an eine Geländestufe, kann es seitlich aus dem Boden austreten. Im Oberwald gibt es viele solcher Quellen, deren weiterführende Wasserläufe sich aufgrund der Höhenlage strahlenförmig in die umgebende Landschaft ausbreiten.
In nördlicher Richtung fließen sie über Fulda, Werra, Schwalm und Eder zur Weser, während die südlichen Bäche ihren Weg über Lahn und Main schließlich in den Rhein finden.
Autor: Regina Sternstein
© CC-BY Regina Sternstein
Autor: Maren Schreiber
© CC BY - Maren Schreiber, Vulkanregion Vogelsberg Tourismus GmbH
Eine vom Wasser abhängige Besonderheit der Region stellt auch das Hochmoor in der Breungeshainer Heide dar. Es ist eines von insgesamt nur zweien in Hessen. Mit Hilfe von Revitalisierungsmaßnahmen wird dieser wertvolle Lebensraum, der durch sein ständiges Wachstum sozusagen ein „lebendiges Geotop“ darstellt, derzeit in Zusammenarbeit von Naturschutzgroßprojekt, Naturpark und Forst wieder aufgewertet.
Die vielen künstlich angelegten Teiche und Seen in der Region bieten reizvolle Ausblicke für Naherholungssuchende und Lebensraum oder Rastgebiet für zahlreiche Tierarten.