Basalt

Der Vogelsberg befindet sich inmitten der Europäischen Kontinentalplatte, wodurch sich die Bezeichnung Intraplattenvulkan ableitet. Der Vogelsberg zeigt eine Vielfalt an Gesteinen, die charakteristisch für diese Art Vulkanismus ist und durchaus an verschiedenen Orten auf der Welt beobachtet werden kann. Zusätzlich erschufen die Kräfte der Verwitterung besondere Ablagerungen, welche die Region prägten.

Was ist Basalt?

Die Vulkanregion Vogelsberg ist bekannt für ihre großflächige Verbreitung von Basalt und verwandten Gesteinen. Doch was ist das überhaupt?

Basalt ist zunächst ein dunkles Gestein, welches durch vulkanische Tätigkeit an die Erdoberfläche befördert wird. Ähnlich wie eine Suppe, die ja aus verschiedenen Bestandteilen unterschiedlicher Größe besteht, besitzt auch jedes Gestein verschiedene „Zutaten”. Diese werden als Minerale bezeichnet. „Die Minerale im Gestein sind also das Salz in der Suppe.” Auch wenn dieser Vergleich etwas ungenau ist, zeigt er, dass ein Gestein durch die darin enthaltenen Minerale gebildet wird.

Wo sind die Minerale im Basalt?

Auf den ersten Blick lassen sich im Basalt mit dem Auge keine Minerale erkennen. Wird das Gestein allerdings in sehr dünne Scheiben geschnitten und unter ein Mikroskop gelegt, so eröffnet sich plötzlich ein ganz neuer Blickwinkel. Auf diese Art lassen sich Basalte bestimmen und unterscheiden. Das Zusammenspiel von verschiedenen Mineralen bestimmt die Art des Basalts – ähnlich einer Suppe: etwas mehr von einer Zutat und schon ändert sich der Geschmack, das Aussehen oder die Konsistenz.

Die ehemaligen Lavaströme sind heute als langestreckte Rücken vielerorts zu erkennen. In Steinbrüchen wurde der Basalt abgebaut und diente als Baumaterial der Region. Einstige vulkanische Förderkanäle, in denen das Magma zur Erdoberfläche gelangte (Schlote) und dort später erkaltete, sind heute Kuppen, die die Landschaft prägen.

Typisch Basalt: Säulen.

Erkaltet basaltische Lava, so verliert sie an Volumen. Hierdurch entstehen Spannungen innerhalb des Gesteins. Diese werden durch das Bilden von Rissen abgebaut, welche letztlich zur Entstehung von Säulen führt. Die typisch 5–6 eckige Form ist dabei wahrscheinlich der Ausdruck des thermodynamischen Gleichgewichtes. Diese oftmals netz- oder zellenartige Form kann in der Natur überall beobachtet werden. Beim Abkühlen eines Lavastromes ist der Untergrund und die Luft kälter, wodurch die Abkühlung von unten und oben erfolgt. Setzt sich die Abkühlung weiter fort, bilden sich allmählich Säulen oder säulenartige Strukturen. Die Säulen deuten somit mit ihren Enden jeweils zur ehemaligen Abkühlungsrichtung: in einem Lavastrom also in Richtung der kühleren Unter- und Oberseite.

Kühlt das Magma in einem Förderschlot ab, erfolgt die Abkühlung von den Seiten und oben: Dies bedeutet, dass ein gemeinsames Zentrum existiert, von dem aus die Säulen strahlenförmig nach außen angeordnet sind. Wegen der Ähnlichkeit zur Orientierung des Holzes in einem Holzkohlemeiler, wird diese Anordnung der Säulen als Meilerstellung bezeichnet. Basaltsäulen kühlen stets senkrecht zur Abkühlungsrichtung ab. Ihre Anordnung als Meilerstellung deutet darauf hin, dass hier ein Schlot war. Ein schönes Beispiel von Basaltsäulen kann man an der Amöneburger Ostwand sehen.


Basalt im Vogelsberg und in Hessen

Basalt ist zwar im Vogelsberg allgegenwärtig, doch auch in anderen Regionen Hessens findet sich dieses Gestein aus der Tiefe. Das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) hat dazu eine Karte erstellt: