Urlurche im Buntsandstein

Kennen Sie die ältesten bekannten Bewohner des Vogelsberges? Nein, nicht die Großmutter des Nachbarn.

Es sind Urlurche im Buntsandstein, die vor etwa 247 Millionen Jahren im Erdmittelalter (Untere Trias) ihre Spuren durch den feuchten Sand zogen. Sie zählen damit zu den ältesten Belegen erdgeschichtlicher Lebensentwicklung in Hessen.

Bei Schlitz – Queck wurden zwei breitschnauzige Amphibien (Sclerothorax) 1924 in einem Sandsteinbruch entdeckt. Bis vor ca. 30 Jahren, als Schädelabdrücke der gleichen Gattung bei Naumburg-Heimarshausen in Nordhessen gefunden wurden, galt der Quecker Fund als weltweit einmalig. Die etwa 80 cm langen Fossilien der Panzerlurche befanden sich zur Buntsandsteinzeit bereits im stammesgeschichtlichen Niedergang und waren recht klein im Vergleich zu anderen zeitgenössischen Arten. Vom ehemaligen Sandsteinbruch ist heute am Sportgelände in Queck nicht mehr viel zu sehen. Bereits 1830 sollen an gleicher Stelle ähnliche Funde gemacht worden sein, die damals als „Einhorn“ angesehen und bezeichnet wurden. Die Funde von 1924 befinden sich heute im Hessischen Landesmuseum in Darmstadt.

Wer den Weg nach Südhessen scheut, kann sich im nahen Vonderau-Museum in Fulda in der naturkundlichen Sammlung Abdrücke des Fossils anschauen und mehr über die Lebenswelt der urzeitlichen Tiere erfahren.


Quellen

Paläontologische Denkmäler in Hessen; Hess. Ministerium für Wissenschaft und Kunst und Landesamt für Denkmalpflege Hessen; Wiesbaden 2000

Bodenschätze in Flurnamen, Beilage zu den Messtischblättern, S. 77, Dr. Erwin Meyer, Gießen

GrenzWelten, Newsletter Nr. 7/2018; Projektbüro Nationaler Geopark GrenzWelten, Korbach

Photo: S. Jost